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Geld anlegen – Geldanlagen
Renditeberechnung und -vergleich (1/4)
Wie in Kapitel 5 „Vermögen und Schulden“ festgestellt, gibt es zwei große Waffen, die jeder für Geldanlagen besitzt. Dies ist die Zeit und der Zins, den wir im Folgenden als Rendite p. a. bezeichnen, da auch Formen von Geldanlagen ohne Zinszahlungen aber mit Wertentwicklung existieren. Die Zeit können Sie nicht beeinflussen, aber Sie können sie für die Geldanlage nutzen.
Wie Sie die Zeit quasi „überholen“ können, dafür mal ein extremes Beispiel: Klaus Esser war acht Monate Vorstandsvorsitzender der Mannesmann AG. Nachdem er durch den Kauf von Anteilen des Konkurrenten orange im Vereinigten Königreich den anderen, größeren Konkurrenten Vodafone in dessen Heimatmarkt herausgefordert hatte, wurde die Mannesmann AG von Vodafone angegriffen. Klaus Esser kämpfte gegen die feindliche Übernahme, aber nach acht Monaten war er seiner Aufgabe wieder entledigt.
Esser bekam etwa Euro 30 Millionen Abfindung. Er erhielt dieses Geld für einen Vorgang, den er zu mindestens teilweise selbst initiiert hatte und den er für das Unternehmen nicht erfolgreich abschloss. Das kann man wirklich „die Zeit überholen“ nennen. Natürlich nennen einige diesen Vorgang ganz anders - und mit Recht.
Mit einer solchen Abfindung können Sie bei Geldanlagen nicht rechnen. Wir gehen daher davon aus, dass Sie gut aber nicht exorbitant viel Geld verdienen, wie in Kapitel 2 „Geld verdienen – Einkommen“ dargestellt. Bleibt also die Rendite bei der Geldanlage, die Sie als Privatanleger beeinflussen können. Warum sollten Sie nach hoher Rendite beim Geld anlegen streben? Dies beantwortet das folgende Diagramm mit Euro 10.000,00 Anfangskapital:
Abb. 9: Die Rendite ist besonders bei langfristigen Geldanlagen sehr wichtig
Der Unterschied bei Geldanlagen ist enorm. Selbst bei kleinen Rendite-Differenzen kommen hohe Beträge zusammen. Die Differenz nach 25 Jahren zwischen 9 und 10 % Rendite bei einem Anfangskapital von Euro 10.000,00 beträgt mehr als Euro 22.000,00! Falls Sie jetzt sagen sollten, dass eine Rendite über 8 % p. a. unrealistisch oder unseriös seien, dann sei hier auf den DAX verwiesen, der seit 1988 immerhin eine Rendite von 9,0 % p. a. vorweisen kann.
Eine hohe Rendite ist also sehr wichtig, denn Sie müssen zusätzlich noch die Inflation berücksichtigen, die an Ihrem Kapital „knabbert“. Für die Leute, die Ihnen Geldanlagen berufsmäßig verkaufen, ist die Rendite übrigens nicht so wichtig. Diesen Menschen kommt es bei den Geldanlagen auf die Höhe der Provision und die Managementgebühr an, denn davon müssen sie leben. Die Rendite ist bei Geldanlagen zweitrangig. Darüber hinaus verdienen Finanzinstitute wenn Sie oft kaufen und verkaufen, natürlich gegen Gebühr, jedesmal wenn Sie neu anlegen. Die Konsequenz ist, dass Sie Ihr Geld selbst verwalten und anlegen sollten...
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