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Kunde und Finanzvertrieb
Principal-Agent-Problem (3/3)



Vor langer Zeit entdeckte Sir Isaac Newton drei Gesetze der Bewegung, was die Arbeit eines Genies war. Aber Sir Isaacs Talente erstreckten sich nicht auf das Investmentgeschäft. Er verlor eine Menge Geld in der sogenannten Südseeblase und erklärte später: „Ich kann die Bewegung der Sterne, aber nicht den Wahnsinn von Männern berechnen“. Wäre er nicht von diesem Verlust traumatisiert worden, hätte Sir Isaac gut das vierte Gesetz der Bewegung entdecken können: Für Anleger als Ganzes nehmen die Einkünfte ab, je öfter sie kaufen und verkaufen.

In der Tat können diese „Reibungskosten“ aller Art etwa 20 Prozent der ursprünglichen Rendite auffressen. Mit anderen Worten, die Zahlungen für die Helfer insgesamt bewirken, dass Anleger nur etwa 80 % von dem verdienen, was sie verdienen würden, wenn sie nichts täten und niemandem zuhörten. Wie kann man diese Kosten überschlägig errechnen? Nehmen wir ein Beispiel:

Wenn Sie einen Fonds kaufen, bezahlen Sie

a) Einen Ausgabeaufschlag von 5 % bei Aktienfonds und bis 5,5 % bei einem offenen Immobilienfonds. Diesen Aufschlag bekommt der Vermittler bzw. die Bank, je nachdem wo Sie kaufen, einmalig.

b) Eine Bestandsprovision, die ebenfalls der Vermittler oder die Bank bekommt. Diese ist unterschiedlich je nach Art des Fonds: Rentenfonds etwa 0,1 bis 0,5% des Bestandes jährlich, Aktienfonds von 0,5 bis 0,8 % jährlich und Hedgefonds bis zu 5 % des Bestandes jährlich.

c) Eine Managementgebühr (neudeutsch „fee“), diese bekommt die Fonds-gesellschaft und beträgt bis zu 1,5 % des Bestandes jährlich.



Haben Sie schon einmal überlegt, warum Sie bei einer Kapital-Lebensversicherung mehrere Jahre benötigen, bis der Rückkaufwert positiv Euro ist, obwohl Sie monatlich einen bestimmten Betrag einzahlen? Zuerst wird mit Ihren Einzahlungen nämlich der Vertrieb und die Verwaltung bezahlt und dann erst das Geld gewinnbringend angelegt. Erinnern Sie sich noch an die beiden Anleger aus Kapitel 5 „Vermögen und Schulden“? Genau, die ersten Jahre sind bei einer langfristigen Anlage entscheidend, denn die ersten Einzahlungen profitieren am meisten vom Zinseszinseffekt. Das Geld der ersten Jahre zahlen Sie aber den sogenannten „Helfern“ und nicht in ein Wertpapier ein.

Sie können auch eine einfache Rückrechnung machen, wenn vor Ihnen ein Finanzberater sitzt. Dabei ist es ziemlich egal, ob dieser einem unabhängigen Vertrieb oder einer Bank bzw. Fondsgesellschaft angehört. Dieser vor Ihnen sitzende Mensch verdient etwa Euro 3.800,00 brutto monatlich zum Leben. Dazu kommen die sogenannten Lohnnebenkosten, die etwa 30 % betragen.

Da er vor Ihnen sitzt, ist er kein Chef, also muss er das Geld für seine Chefs bis hinauf zum Vorstandsvorsitzenden mitverdienen. Dies sind in etwa noch mal Euro 3.800,00 monatlich zuzüglich Lohnnebenkosten. Dies ergibt in Summe Euro 9.880,00. Dazu kommen jetzt noch sonstige Kosten des Unternehmens wie z. B. Mieten, Büroausstattung, Computer und Telefon, was einfach mit Euro 2.120,00 monatlich angesetzt wird. Die Summe beträgt Euro 12.000,00 monatlich. In den größeren unabhängigen Vertrieben wird davon ausgegangen, dass nicht mehr als 400 Kunden von einem Berater betreut werden sollten.

Nehmen wir an, dies trifft so zu, dann zahlt jeder der 400 Kunden Euro 30,00 monatlich (400 x 30 = 12.000), um für den Berater und den Wasserkopf der Finanzfirma aufzukommen. Das Geld ist weg und wird sofort von Fremden verbraucht! Diese Euro 30,00 monatlich seit dem ersten Tag (23.06.1988) im DAX angelegt, würden heute (Mai 2006) über Euro 15.000,00 wert sein.

Dies bringt uns zurück die am Anfang gestellte Frage nach der jährlichen Rendite: Um genau zu sein, der DAX stieg von 1.137,74 Punkten am 23. Juni 1988 bis zum 31. Dezember 2005 auf 5.408,26 Punkte. Dies ist eine jährliche Rendite von 9,0 %. Der Dow gewann im 20. Jahrhundert von 65,73 auf 11.497,12 Punkte. Das bedeutet einen Gewinn von 5,3 % per anno (p. a.). Der DAX ist ein Index der z. B. Dividendenzahlungen mit hineinrechnet.

Beim Dow Jones hätten die Anleger die Dividenden noch zusätzlich erhalten. Daher wird der DAX prozentual immer ein wenig besser als der Dow Jones Index da stehen. Macht der Dow im gleichen Tempo im 21. Jahrhundert weiter, wird der Dow am 31. Dezember 2099 bei genau 2.011.011,23 Punkten stehen.

Sollte der DAX in Zukunft denselben Wertzuwachs bringen wie in der Vergangenheit, dann wird der DAX  am 31. Dezember 2099 bei genau 17.829.877,87 Punkten stehen. Sechs Jahre in diesem Jahrhundert sind schon fast vorbei und bisher steht nur der Dow höher als zur Jahrtausendwende.

 

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Börsenbrief  für den DAX,
Gold, Silber und Rohstoffe

 

 Gewinnentwicklung 

Wertentwicklung Börsenbrief für DAX, Gold, Silber und Rohstoffe

 

Börsenbrief mit
folgender Gewinnentwicklung:

  seit 01.04.2006      124,72%
  01.04. - 31.12.06      20,04 %
  01.01. - 31.12.07      28,33 %
  01.01. - 31.12.08     -15,73 %
  01.01. - 31.12.09      30,59 %
  01.01. - 31.12.10      61,14 %
  01.01. - 31.12.11        7,95
%
  01.01. - 31.12.12        0,00
%

  01.01. - 31.12.13     -31,67 %
  01.01. - 31.12.14        1,31 %
    01.01. -  heute            9,93 %        

 


 

Aus 1.000,00 Euro

Anfangskapital
am 01. April 2006

wurden

bis zum 06. Februar 2015

2.247,15 Euro. 

 

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