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Vermögen - Schulden
Zins und Zinseszins (5/8)



Schulden - Der Fluch des Zinseszinses

 

Damit man als Gläubiger sein Geld gegen Zins verliehen bekommt, muss jemand bereit sein, dafür Zinsen zu zahlen. Jeder Geldanlage stehen also spiegelbildlich entsprechende Schulden gegenüber. Was passiert denn nun aber, wenn man Schulden hat, sich also verschuldet? Man muss Zinsen zahlen, also für den Kapitalgeber (Gläubiger) Einkommen mit erwirtschaften. Richtig, man arbeitet für das Einkommen anderer zumindest teilweise mit. Falls man es nicht schaffen sollte, das überlassene Kapital zurück zu zahlen, also die Schulden zu tilgen, dann zahlt man die Zinsen und zwar bis in alle Ewigkeit. Erschreckend. Daher sollte man sich Geld nur leihen, wenn man durch dieses Geld in die Lage versetzt wird, die Zinsen zu zahlen, die Schulden in einem überschaubaren Zeitraum zu tilgen und selbst noch einen Überschuss für sich erwirtschaftet.

Auf gut deutsch: Kredite sind nur für Investitionen erlaubt. Daher wurde schon im Kapitel 3 „Geld ausgeben – Konsum“ darauf hingewiesen, dass Konsum auf Kredit verhängnisvoll sein kann. Ein Beispiel ist die schöne Urlaubsreise auf Kredit. Allein die Tatsache, dass man kein Geld bzw. Rücklagen hat, um den Urlaub zu finanzieren, sollte einen stutzig machen. Sinnvoll wäre an einer Einkommenserhöhung zu arbeiten und eine Rücklage für den schönen Urlaub im nächsten Jahr zu bilden.

Stattdessen fährt dieser Mensch sofort in den Urlaub und nimmt dafür Schulden in Kauf. Erst war kein Einkommen vorhanden, um den Urlaub vorab zu finanzieren und nun soll plötzlich dasselbe Einkommen ausreichen, um den Urlaub nachträglich zu finanzieren und noch Zinsen zu zahlen? Nicht wirklich realistisch, dieses Szenario.

Aber nicht nur Menschen gelangen in diesen Teufelskreis. Ein Musterbeispiel für ausufernde Schulden ist der Staat. Irgendwann einmal wurde angefangen, für einen Teil der  Staatsausgaben Kredite aufzunehmen. Dies hatte mehrere Effekte:



  1.    Die Empfänger der kreditfinanzierten Leistung haben nach einer gewissen
         Zeit einen Anspruch auf diese Leistung empfunden. Eine Zurücknahme
         würde in die Besitzstandswahrung eingreifen und vom Wähler mit dem
         Verlust der politischen Macht bestraft. Der Staat und die Empfänger der
         Leistungen nehmen sich quasi gegenseitig als Geiseln.

  2.    Die aufgenommenen Kredite müssen mit Zahlungen bedient werden. Über
         die gesamte Laufzeit betrachtet, muss der Staat mehr an die Inhaber der
         Staatsanleihen zahlen, als er ursprünglich in Form des Kredits
         eingenommen hat. Eine Senkung der Staatsausgaben oder eine
         Steuererhöhung, um diese Mehrausgaben zu erbringen ist politisch nicht
         durchsetzbar. Also wird sich neu verschuldet, um alte Kredite
         abzubezahlen. Dies wiederum führt zu einem wachsenden Anteil der
         Zinszahlung am gesamten Staatsbudget: Im Jahre 1950 mussten nur
         2,7 % des Bundeshaushaltes für Zinszahlungen verwendet werden, im
         Jahre 1997 waren es schon 16,5 % (Quelle: Stat. Bundesamt).

  3.    Die Spielräume der Politiker werden also immer enger, da ein immer
         größerer Anteil der Staatseinnahmen für Zinsen aufgewendet werden
         muss.

Genauso ergeht es dem normalen Menschen, wenn er einmal der Droge „Kredit“ verfallen ist. Er gerät in einen Teufelskreis von Schulden, die er nur mit neuen Krediten bedienen kann, die wiederum zu höheren Schulden und Zinszahlungen führen. Der bessere Ausdruck ist Schuldenspirale, da sich Schulden und Zinszahlungen immer mehr ausweiten.

Ein solcher Mensch versteht wenig von Geld und erfasst den Effekt des Zinseszinses nicht. Er hat das Sprichwort nie gehört, „Wer das Zinssystem verstanden hat, bekommt Zinsen ausgezahlt, wer es nicht verstanden hat, bezahlt die Zinsen“. Dieser Mensch ist oft auch noch tief verschuldet und sei es nur für die eigene Immobilie.

Als Ergebnis schwitzt er und schwitzt er immer weiter, um die Raten für das Haus, den auf Pump gekauften Plasma-Fernseher oder sein finanziertes Auto zahlen zu können. Er ist ungeduldig, und er sagt sich, dass er der Geldknappheit ein Ende machen muss. Und er träumt von "großen, fetten Megagewinn".

Am Ende vergeudet er sein Geld mit unsinnigem Konsum oder er „investiert“ in eine Kapital-Lebensversicherung. Kurz gesagt, dieser „Geldtrottel“ steigt sein Leben lang die finanzielle Leiter abwärts. Aber das widersinnige daran ist, dass dieser Mensch ein finanzieller Gewinner hätte sein können, anstatt eines Verlierers, der nur noch Mitleid erregt...

 

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