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Einkommen und Steuer (5/6)
Einkommen und Steuer
Zum Thema Einkommen und Steuer, also der Einkommen-Steuer, existieren lauter Vorurteile, die als angebliche Wahrheiten Allgemeingut geworden sind. Dabei sind nur wenige Bereiche des Finanzwesens mehr durch Emotionen geprägt als die Steuer. Die einen sind der Meinung, die „Reichen“ zahlen zu wenig Steuer und die anderen sparen beziehungsweise vermeiden die Steuer bis zur Grenze des Erlaubten und teilweise darüber hinaus. Dem Bereich Einkommen und Steuer sollte man sich völlig emotionslos und nüchtern nähern. Daher sind hier ein paar Fakten über das deutsche Steuer-System zusammengestellt. Alle Angaben und Zahlen sind, soweit nicht anders angegeben, dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums vom März 2002 entnommen.
Die Zahl der Steuer-Pflichtigen in der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 1995 beträgt 29,8 Mio. (zusammen veranlagte Ehepaare sind als ein Fall gerechnet). Bei 2,1 Mio. unbeschränkt Steuerpflichtigen lag der Gesamtbetrag der Einkünfte unter Null. Bei diesen Verlustfällen wurde deshalb keine Einkommen-Steuer festgesetzt. Aus der Gesamtzahl der unbeschränkt Steuerpflichtigen ergibt sich durch Verdoppelung der Zahl der zusammen veranlagten Ehegatten die Gesamtzahl von rund 40 Mio. Personen, die von der Lohn- und Einkommensteuerpflicht im Jahr 1995 erfasst waren.
Von den Steuerpflichtigen (Einzelpersonen bzw. zusammen veranlagte Ehegatten, die gemeinsam als ein Steuerpflichtiger zählen) bezogen im Jahr 1995 26,8 Mio. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, d. h. sie arbeiteten als Arbeiter oder Angestellte. Bei den 27,7 Mio. Steuerpflichtigen mit positivem Gesamteinkommen im Veranlagungszeitraum 1995 lag der durchschnittliche Gesamtbetrag der Einkünfte bei Euro 30.500,00.
Abb. 1: Durchschnittlicher Gesamtbetrag der Einkünfte nach Einkommensarten
Welche Schlüsse kann man aus dieser Darstellung ziehen? Offensichtlich ist es lukrativ, einen Betrieb zu besitzen, oder selbständig zu arbeiten. Die Botschaft ist eindeutig: Unternehmer oder Freiberufler haben das höchste Einkommen. Dies sollte man auf jeden Fall in seiner Lebensplanung berücksichtigen.
Mit dem hohen Einkommen lässt sich natürlich sehr viel einfacher ein Vermögen erlangen. Und siehe da, die Einkommen aus Kapitalvermögen sind ebenfalls beachtlich und liegen höher als der Durchschnitt. Bemerkenswert ist, dass das klassische, auf das Angestelltenverhältnis fixierte Arbeitsmodell der Bundesrepublik wenig lukrativ ist. Wie sieht es aber mit der Steuer-Belastung der Einkommensarten aus? Dies zeigt Abbildung 2:
Abb. 2: Durchschnittssteuersatz und Steuerbelastungsquote nach Einkommensart
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